Der Tiefpunkt
Andere funktionieren nach außen noch. Schleppen sich im Autopilot zur Arbeit, kommen ihren Verpflichtungen nach, wirken auf andere vielleicht ganz normal – sind innerlich aber völlig erschöpft.
Gutgemeinte Ratschläge
Der richtige Ansatz
muss man einen Schritt zurückgehen.
Was sollte ich alles tun?
hin zu der Frage:
Was kann ich gerade tun?
Es gab mal einen Patienten der morgens gar nicht mehr aus dem Bett kam, sich stattdessen wieder vorgenommen hat 10 Mal mit dem dicken Zeh zu wackeln. Nach ein zwei Tagen war aus dem Wackeln ein Aufstehen geworden und er kam wieder in die Sitzungen.
Subjektiv baut sich jedoch mit jedem ausgeführten Vorsatz die Gewissheit auf: Wenn ich mir etwas vornehme dann mache ich das auch.
Neue, weiterhin realistisch umsetzbare Schritte hinzufügen.
Viele sind überrascht, wie schnell Dinge wieder möglich werden,
die wenige Tage zuvor noch völlig unerreichbar schienen.
Schritt für Schritt
Auch wenn es sich so anfühlt, als sei „gar nichts mehr möglich“, gibt es fast immer minimale Handlungsspielräume. Diese können so klein sein, dass sie von außen betrachtet unbedeutend wirken.
Entscheidend ist nicht, was getan wird, sondern dass überhaupt gehandelt wird.
Denn jede bewusst ausgeführte Handlung aktiviert im Gehirn jene Netzwerke, die für Planung, Steuerung und Umsetzung zuständig sind. Auf diese Weise entsteht nach und nach wieder das Gefühl von Kontrolle und Einfluss.
Viele Betroffene verschlimmern ihren Zustand ungewollt, indem sie sich zu viel vornehmen. Große Ziele erzeugen Druck – und nicht selten Frustration, wenn sie nicht umgesetzt werden können.
Diese Frustration wirkt häufig destruktiv:
Sie verstärkt Selbstkritik, Rückzug und das Gefühl, endgültig festzustecken.
Therapeutisch gilt daher:
Lieber zu wenig als zu viel.
Der Aufbau von Selbstwirksamkeit ist wichtiger als jede Form von Leistung.
