Stress ist an sich nichts Negatives – im Gegenteil, er aktiviert das Nervensystem, steigert kurzfristig die Leistungsfähigkeit und hilft, Herausforderungen zu bewältigen. Problematisch wird Stress jedoch dann, wenn es keine ausreichende Erholung oder Ausgleich gibt.
Auf Dauer manifestiert sich Stress in einer Übererregung des sympathischen Nervensystems, bis es in einem Zustand der Erschöpfung umschlägt. Dieser vegetative Zustand kann verschiedene Formen annehmen und hängt oft mit psychischen Stressoren wie übermäßigen Leistungsdruck, mangelnde Abgrenzung und geringem Selbstwert zusammen
Sie fühlen sich erschöpft, auch nach ausreichend Schlaf, und haben Schwierigkeiten, sich zu regenerieren.
Ihre Gedanken sind oft zerstreut, Sie vergessen Dinge oder haben Schwierigkeiten, sich zu fokussieren.
Sie fühlen sich verpflichtet, ständig für andere da zu sein, auch wenn es Ihnen zu viel wird.
Kleinigkeiten regen Sie auf, Sie fühlen sich schnell überfordert oder ziehen sich zurück.
Verspannungen, Kopfschmerzen, Magen-Darm- Probleme oder ein geschwächtes Immunsystem treten vermehrt auf.
Sie können schlecht abschalten, fühlen sich ständig angespannt und kommen auch nachts nicht zur Ruhe.
Die Mechanismen hinter der Erschöpfung können sehr verschieden sein. In der Praxis werden die Methoden und Maßnahmen ausgewählt, die am besten zum Patienten passen.
Zu Beginn steht eine sorgfältige Anamnese der aktuellen Symptomatik, dem bisherigen Verlauf und relevanten Lebensumstände. So können alle Faktoren mit einbezogen werden.
Im zweiten Schritt kommen Methoden aus der Tiefenpsychologie und der therapeutischen Hypnose zum Einsatz, um emotionale Blockaden, biografische Zusammenhänge und innere Konflikte zugänglich zu machen. Außerdem geht es neue Handlungsspielräume zu eröffnen und festgefahrene Muster zu verändern.
Parallel dazu geht es darum, unterstützende Strukturen im Alltag aufzubauen oder zu stärken. Dazu gehören unter anderem ein bewusster Umgang mit Belastungen, die Stabilisierung von Selbstfürsorge und das Entwickeln umsetzbarer Strategien, die langfristig entlastend wirken.
Ein gesundes Verhältnis zu Stress entsteht normalerweise durch einen natürlichen Wechsel zwischen Aktivität und Erholung. Wenn dieser Rhythmus gestört ist, bleibt das Nervensystem in einem dauerhaften Alarmzustand. Dies geschieht besonders häufig bei Menschen, die in ihrer Kindheit gelernt haben, dass ihre eigenen Bedürfnisse zweitrangig sind.
In vielen Familien ist Leistung ein vorrangiges Thema, und Kinder lernen, ihre eigene Identität an Erfolge zu knüpfen. So entstehen übermäßige Bemühung und mangelnde Auszeiten. Auch Eltern, die übermäßige Kontrolle ausüben oder ihr Kind in eine Rolle drängen, in der es sich um andere kümmern muss, vermitteln unbewusst, dass Abschalten nicht erlaubt ist.
Natürlich führt auch das sogenannte Modelllernen am Beispiel der Eltern dazu, deren ungesunden Umgang mit den Anforderungen der Welt zu übernehmen. Weitere Faktoren können Wechsel zwischen Lebensphasen sein. Beispielsweise bereitet die Schule meist nicht ausreichend auf die Anforderungen des Berufslebens vor, was zu einer Art Schock und Panikreaktion führen kann.
Dieser Alarmzustand wird durch den Sympathikus, einen Teil des autonomen Nervensystems, aufrechterhalten. Er versetzt den Körper in einen Zustand erhöhter Wachsamkeit und Leistungsfähigkeit – jedoch nur für begrenzte Zeit. Ist die Belastung dauerhaft zu hoch, gerät das System aus dem Gleichgewicht und schaltet in den Parasympathikus um, der eigentlich für Erholung und Regeneration zuständig ist. Doch anstatt echter Entspannung tritt nach Überlastung des Sympathikus oft eine Art „Erschöpfungsmodus“ ein, der sich in Form von Antriebslosigkeit, emotionaler Leere oder sogar depressiven Verstimmungen äußern kann.
Langfristiger Stress kann sowohl psychische als auch körperliche Auswirkungen haben. Wenn die eigenen Interessen immer weniger werden und das Leben fade wird ist es Zeit zu handeln. Hier einige der häufigsten Folgen:
Wer ständig unter Druck steht, entwickelt oft eine dauerhafte innere Anspannung und Zukunftsängste.
Dauerstress kann zu Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit und sozialem Rückzug führen.
Stressbedingte Verspannungen und Entzündungen können körperliche Beschwerden verstärken oder auslösen.
Stress setzt den Körper unter Daueralarm, wodurch die Abwehrkräfte geschwächt werden.
Wer ständig unter Strom steht, hat oft wenig Kapazität für Nähe, Kommunikation und emotionale Verbindung.
Anhaltender Stress führt zu emotionaler und körperlicher Erschöpfung bis hin zum völligen Zusammenbruch.
In der therapeutischen Arbeit zeigt sich immer wieder, dass Stress nicht allein durch bewusste Maßnahmen und Umdenken reduziert werden kann. Viele Menschen haben über Jahre hinweg Muster entwickelt, die sie, ohne dass sie es merken, immer wieder in Überforderung und Anpassung treiben. Deswegen setzt die Behandlung in diesem Fall neben den tiefenpsychologischen Ansatz auch gezielt auf therapeutische Hypnose.
Ein häufig beobachteter Effekt der Hypnose ist, dass Klienten beginnen, ihre eigenen Grenzen besser wahrzunehmen. Sie erkennen, wann sie sich übernehmen, lernen, „Nein“ zu sagen, und entwickeln ein neues inneres Gleichgewicht. Anstatt Stress nur kurzfristig zu reduzieren, verändert sich die Art und Weise, wie Belastung wahrgenommen und verarbeitet wird.
Gerade in Fällen, in denen Stress durch unbewusste Verhaltensmuster verstärkt wird, zeigt sich, dass die hypnotische Arbeit nachhaltige Erleichterung bringen kann. Die Betroffenen erleben nicht nur eine kurzfristige Entlastung, sondern eine langfristige Neuorientierung, die ihnen hilft, Stress besser zu regulieren und ihre Energie gezielt einzusetzen.
Trotzdem ist ein vieldimensionaler Ansatz wichtig. Vor allem wenn zusätzlich andere Erkrankungen wie Angststörungen oder depressive Zustände bestehen.
Psychotherapie (HpG)
Tiefenpsychologie & Hypnose
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